David (35) baute nach seinem Studium der Buchhaltung, einem sozialen Studium und der mittleren und höheren Hotelfachschule eine Karriere in der Gastronomie auf. Er zog nach Amsterdam, wo er acht Jahre lang Betriebsleiter eines großen Gastronomiebetriebs am Rembrandtplein war. Danach eröffnete er sein eigenes Geschäft, Bar Hendrik, in Amsterdam-Zuid. "Wir hatten enorme Höhepunkte, aber auch tiefe Täler, besonders während Corona", erzählt er. Schließlich verkaufte er das Geschäft und arbeitete wieder als Betriebsleiter. Nicht viel später, im April 2025, veränderte ein Snowboardunfall sein Leben.
Während eines Skiurlaubs mit Freunden stürzte David heftig. Dabei erlitt er eine inkomplette Querschnittlähmung auf Höhe seines achten Brustwirbels (T8). Außerdem brach er zwölf Rippen und drei Wirbel und erlitt eine durchbohrte Lunge.
"Ich snowboarde schon seit Jahren und bin ein ziemlich guter Snowboarder, aber ich hatte keinen Rückenprotektor an."
David wusste von der Existenz von Rückenprotektoren. Trotzdem trug er keinen. "Man denkt doch: Das passiert mir nicht."
Durch seine Querschnittlähmung musste er sich von der Arbeit verabschieden, die ihm so viel Freude bereitete. David genoss den Kontakt mit Menschen, aber auch das Unternehmertum. "Ich fand das Soziale super spannend, aber es gibt natürlich auch einen kommerziellen Aspekt, den ich interessant fand. Das war wirklich mein Ding. Aber was ich gemacht habe, kann ich nicht mehr tun. In der Gastronomie steht und läuft man den ganzen Tag. Das geht einfach nicht mehr."
Nach seinem Unfall musste David auch seine Wohnung verlassen. Er wohnte elf Jahre lang mit viel Freude in einer Wohnung im dritten Stock in der Amsterdamer Scheldestraat, aber nach seinem Unfall war sie wegen der Treppen nicht mehr geeignet. Inzwischen lebt er in einer rollstuhlgerechten Wohnung mit Garten. "Das ist letztendlich auch ein sehr schöner Ort geworden.""Darüber freue ich mich sehr."
Wenn ich auf meinen eigenen Unfall zurückblicke, gibt es zwei Botschaften, die David wichtig sind, um sie zu teilen.
"Trage einen Rückenprotektor. Egal, ob du Ski fährst, snowboardest, Motorrad fährst oder reitest, das spielt keine Rolle."
Außerdem warnt er Eltern, gut auf ihre Kinder in flachem Wasser zu achten. Während seiner Rehabilitation in De Hoogstraat in Utrecht lernte er mehrere Menschen kennen, die eine hohe Querschnittlähmung durch einen Tauchunfall erlitten haben. "Eine hohe Querschnittlähmung hat oft noch viel größere Folgen, zum Beispiel für die Handfunktion. Ich halte es für wichtig, die Menschen davor zu warnen."
Davids Genesung ist noch in vollem Gange. "Es ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her und ich merke immer noch Fortschritte. Darauf konzentriere ich mich jetzt vor allem."Seine Tage stehen daher größtenteils im Zeichen der Genesung. "Ich trainiere, gehe etwa dreimal pro Woche zur Physiotherapie, schwimme und nehme an verschiedenen Therapien teil. Außerdem habe ich angefangen, mit Aktien zu handeln, um das ein bisschen zu lernen. Ich fülle meine Tage gut aus."
Auch die Entwicklungen in der Forschung nach einer Lösung für Rückenmarksverletzungen verfolgt er mit großem Interesse, bleibt dabei jedoch realistisch. "Natürlich hoffe ich, dass es ein Medikament gibt. Aber ich weiß auch, wie langsam die medizinische Welt manchmal voranschreitet, besonders in Europa. Und da meine Querschnittlähmung unvollständig ist und ich weiterhin Fortschritte mache, fände ich es auch spannend, jetzt schon an einer experimentellen Behandlung teilzunehmen. Aber ich habe auf jeden Fall Vertrauen, dass es irgendwann ein Medikament oder eine andere Lösung geben wird."